Jahr: 2018

Human Retail | Sinn & Emotion statt Bytes

Bündnis Unternehmer für Unternehmer. Community, Co-Working, Coaching, Consulting, Co-Investoren. Human Retail.
Bündnis Unternehmer für Unternehmer. Community, Co-Working, Coaching, Consulting, Co-Investoren. Human Retail.

Human Retail – klingt komisch, ist aber so. Der grosse Heilsversprecher des Handels dagegen ist momentan die Digitalisierung. Einige Marktteilnehmer wollen so nah als möglich an den Kunden und vor allem an seine Daten. Andere Marktteilnehmer wollen durch die neuen Kanäle mehr Zielgruppen ansprechen, vorhandene Zielgruppen optimieren und Umsatzzahlen steigern. Der schleichende Niedergang, der trotz enormer Umsatzgrössen und vorhandener Umsatzsteigerungen da ist, soll eingeschränkt werden. Aber es ist nicht zu leugnen: Umsätze verschieben sich stetig mehr hin zu den Konzernen, „die Kleinen“ sterben langsam, der Onlinehandel zieht jetzt schon mehr als 10% des Gesamtumsatzes an sich.

Umsatzsteigerungen werden durch Preissenkungen und Marketingaufwand erzielt – und da können sehr viele Anbieter nicht oder kaum noch mithalten. Marktforschung wird immer effizienter – und scheitert doch mehr und mehr daran, dass sich die Lebensstile verändern und eine Einordnung nach Lebensalter langsam Unsinn wird. Marketinginstrumente sind effektiv – und scheitern doch immer mehr an der Masse der Zusendungen, der Bekanntheit der versteckten Werbebotschaften und an Plattitüden, die keiner mehr hören will oder an Typisierungen, die immer weniger der Realität entsprechen.

Und letztlich sind die Geschäftsmodelle Stationärer Handel, Multichannel, Crosschannel und Omnichannel selber die Gründe für das noch vorhandene Wachstum. Doch dieser stille Hype des Omnichannel-Geschäftsmodells, eine Mischung aus technologischer Errungenschaft und digitalem SchnickSchnack versandet, das Geschäftsmodell wird Alltag, die Automatisierung wird Standard, Künstliche Intelligenz wird Tagesordnung – und der Konsument hat sich an hyper-personalisierte Angebote gewöhnt und damit gelangweilt, lebt in einer Blase, wie es heutzutage in den Social Networks bereits bei der Meinungsbildung ist. Wer nur die digitalen Innovationen im Auge hat, der wird die Gesamtstrategie aus den Augen verlieren. Oder anders ausgedrückt: In Zukunft sind nicht die SEO-Spezialisten erfolgreich, sondern die Unternehmen, die Technologie gezielt nutzen, um den Menschen zu erreichen: Human Retail. Die Rückkehr zum Menschen nach der digitalen Transformation.

Doch was geschieht jetzt? Der Handel lernt die neuen Geschäftsmodelle und wer es kann, der nutzt sie auch. Daneben setzt sich verstärkt die Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) durch. Grosse Umsatzsteigerungen und / oder erhebliche Kosteneinsparungen werden dem Handel vorhergesagt, wogegen selbstfahrende Autos ein Katzendreck wären. Der (Noch-)Multichannel-Anbieter Otto hat bereits eine KI-Lösung in der Anwendung, die bis zu zehn Wochen im voraus mit einer Wahrscheinlichkeit von 90% vorhersagt, wie oft ein bestimmtes Kleidungsstück in einer bestimmten Kalenderwoche bestellt wird. Neben dem Offensichtlichem bedeutet dies: Kleine und mittlere Händler müssen diese Entwicklung mitmachen, wenn sie gegen diese Retail-Giganten überhaupt noch eine Chance haben möchten.

KI setzt sich durch in der Logistik (Wann wo wie wem optimal die Ware zustellen?), in der Preisgestaltung (Dynamisches Pricing! Amazon setzt diese Systeme bereits ein, alle Fluggesellschaften mehr oder weniger zaghaft ebenfalls, Metro und andere Händler testen) und natürlich im Marketing (Personalisierung der Angebote, und zwar auch zeitlich und örtlich passend, nicht mehr nur thematisch). Die gesamte Wertschöpfungskette des Handels wird beeinflusst und verändert.

Doch was geschieht wirklich? Es ist und wird ein perverser Wettstreit des Kapitals, der Geschäftsmodelle und der Technik. Und es wird sich bis zur nächsten Generation irgendeiner Technik auf einem Niveau einpendeln, bei dem Stillstand entsteht – allerdings ein monopolistisch geprägtes Niveau zum Schaden der Konsumenten. Was geschieht noch? Wir tanzen auf einem Vulkan und freuen uns, dass wir warme Füsse haben. Schon heute leben wir alle hier in den so genannten zivilisierten Staaten auf Kosten der armen Länder und der unterprivilegierten Menschen. Rein logisch und mathematisch kann dieses goldene Kalb namens Wachstum nicht ewig weitergehen, ohne das es ständig mehr Verlierer und nur ganz wenige richtig reiche Gewinner geben wird. Ein Umdenken muss erfolgen und beginnt sich zum Glück als Megtrend abzuzeichnen: Neue Lebensstile (New Work), neue Unternehmenskulturen (Kreativ-Ökonomie):

Hier in Europa, hier in Deutschland müssen wir Arbeiten übernehmen, die in Asien nicht billiger erledigt werden und die Computer nicht schneller erledigen können. Arbeiten und Leistungen, die den ästhetischen, emotionalen und spirituellen Ansprüchen einer Wohlstandsgesellschaft entspricht. Nur dann kann eine moderne Volkswirtschaft wie die unsrige in der Zukunft wirtschaftlich überleben. Irreal? Während der vorerst letzten Wirtschafts- und Finanzkrise brachen die Branchen zusammen oder mussten durch Steuergelder gerettet werden, die als solide galten: Banken, Automobilhersteller, Versicherungen. Nicht zusammengebrochen sind die Märkte, die ästhetische, emotionale oder spirituelle Bedürfnisse des Menschen befriedigen. Denn diese Märkte haben zwei ganz entscheidende Antriebe: Zentrale, menschliche Primärmotive und -bedürfnisse sowie Sinnhaftigkeit. Grundbedingungen des Human Retail.

Der Mensch sehnt sich in dieser hochtechnisierten Welt nach der unersetzlichen Empathie von Händlern und Beratern, die begeisternde Erlebnisse schaffen, und sei es auch nur: zuzuhören. Genau diese Kür, diese Empathie ist es und wird es immer sein, die für den stationären Handel elementar wichtig ist, um zu überleben und letztlich auch wieder in Führung zu gehen. Eine intelligente, smarte Handelslandschaft wird durch Vermittler menschlicher Sehnsüchte leben: Daten-Dolmetscher, Humanagenten, Kuratoren von Konsumenten. Aus der Symbiose von Mensch und Maschine entstehen künftig neue Lebens- und Geschäftsmodelle, die dem Menschen und seinen Emotionen Raum geben.

Wie aber sieht das in der Realität in Zukunft aus, konkret aus? Die Datenblasen der heutigen Zeit verhindern immer mehr Überraschungen oder andere Meinungsbilder, als die gewohnten. Bei der künftigen Bearbeitung der vielfältigen Kundendaten werden Empfehlungen von anderen Menschen, von Querdenkern, von Experten, von aussergewöhnlichen Vorlieben wichtiger, als je zuvor. Zukünftig werden Empfehlungen in Verkaufsmodelle integriert, die Neuigkeiten und kreative Brüche beim Shopping bieten. Der Händler wird Zeit haben oder sie sich nehmen, um Kundenreaktionen und das Wissen des Kunden anders als eine Maschine einzuordnen und Verbesserungen voranzutreiben. Der Mensch ist mehr und will mehr sein als sein eigenes, stationäres Datenmodell.

Human Retail –  Der Weg ist vorgezeichnet: Smarte Technologien werden Alltag, die digitale Transformation endet. Durch diesen Wandel ändern sich die Berufsbilder im Handel, der Mensch rückt in den Mittelpunkt des Geschehens. Ästhetische, emotionale und spirituelle Märkte gewinnen elementare Bedeutung, Technik wird nebensächlich wahrgenommen. Geschäfte werden nicht mehr als Laden wahrgenommen, sondern als kreativer Lebensraum, achtsame und authentische Retail-Konzepte werden gelebt im neuen Human Age. Vermittler menschlicher Sehnsüchte werden wichtig. Integration, Kooperation, Kommunikation, Sinnhaftigkeit sind der neue Kompass.

Digitalisierung des Handels

Bündnis Unternehmer für Unternehmer. Community, Co-Working, Coaching, Consulting, Co-Investoren. Digitalisierung des Handels.
Bündnis Unternehmer für Unternehmer. Community, Co-Working, Coaching, Consulting, Co-Investoren. Digitalisierung des Handels.

Multichannel. Crosschannel. Omnichannel. Seamless Shopping. Disruption. Oder, um es deutsch und verständlich auszudrücken: Es gibt zwei grosse Bewegungen im (deutschen) Handelsgeschäft: Die Datensammel- und -auswertungswut der Hersteller und Händler sowie ein stetig andauernder Konzentrationsprozess und die Digitalisierung des Handels

Die Digitalisierung des Handels zeigt sich in verschiedenen Geschäftsmodellen: Manche Händler betreiben ein Ladengeschäft und eröffnen zusätzlich einen Onlineshop, betreiben beides eigenständig nebenher, ohne dass ein Austausch untereinander stattfindet. Dieses Geschäftsmodell nennt man Multichannel und es ist der Urvater der anderen Modelle, der allerdings immer noch lebt.

Verknüpft der Händler beides miteinander, zum Beispiel dadurch, dass Kunden online bestellen und die Ware im Laden abholen, dann nennt man das Crosschannel und erleichtert dem Kunden den Informations- und Einkaufsprozess. Stellt der Händler dann auch noch seine anderen Leistungen, wie zum Beispiel Service, Beratung und Reparaturen online zur Verfügung, dann spricht man von Omnichannel. Und damit das dann auch ausreichend erfolgreich ist, gibt es zuvor jede Menge Marktforschungsinstrumente wie so genannte Preisausschreiben und nach der Wahl des Geschäftsmodells jede Menge Marketinginstrumente wie Direct Mailing, eMail-Kampagnen, Suchmaschinenwerbung, Affiliate Marketing, Geotargeting oder eben Social Media Marketing.

Soweit die Theorie. In Deutschland ist trotz des Verdrängungswettbewerbs der Handel als solcher satt, träge. Für 2015 wurde ein reales Wachstum von 2,8% gemeldet und ein Gesamtumsatz von 481,8 Milliarden Euro. Allerdings trügt diese Zahl auf den ersten Blick, denn Gewinner war nicht zum ersten Mal der Onlinehandel – dort alleine wurden 46,9 Milliarden Euro Umsatz im B2C, dem Endkundengeschäft gemacht. Und das, obwohl gerade in Deutschland eine Trägheit gerade bei den kleinen und mittleren Händlern in Sachen Techniknutzung und Offenheit registriert wird. Aber, und dieses Aber ist wichtig: Der Onlinemarkt wird schnell und unwiederbringlich einigen wenigen Grossunternehmen überlassen: Schon 2014 wurden 56% des Online-Gesamtumsatzes durch Marktplätze wie eBay und Amazon erwirtschaftet. Lediglich 25% wurden von den Multichannel-Händlern erwirtschaftet, welche zumeist der noch sichtbare Einzelhandel in den Städten ist.

Deutsche Omnichannel-Anbieter liegen im europäischen Vergleich eher im Mittelfeld – dies liegt zum einen an der noch immer grossen Preisfixierung der Deutschen und damit einem Vorteil der Discounter, der sich in Wenig-Umsatz der Omnichannel-Anbieter widerspiegelt und zum anderen in der Anbieterstruktur: Deutschland hat (noch) sehr viele inhaber- und eigentümergeführte Einzelhandelsgeschäfte, die eher konservativ über die Technikmöglichkeiten denken und diese dann doch eher nicht nutzen wollen. Und dies wird zum Teil des Gesamtproblems: Der deutsche Einzelhändler verschenkt Chancen und überlässt Grossunternehmen kampflos ganze Marktsegmente. Eine aktuelle Umfrage unter Online-Käufern zeigte deren Wünsche an den stationären Handel auf: Natürlich will die Mehrheit die gleichen (günstigen) Preise, wie im Internet (58%) – rational kann man diese Unmöglichkeit den Kunden nicht ausreden. Aber, und jetzt kommen wir zu den verpassten Chancen, 34% wünschen sich die Expertenberatung im Geschäft, 27% möchten gerne online bestellen und die Ware im Geschäft abholen, weitere 26% erwarten vor Ort eine grössere Auswahl, als online und nochmals 22% werden durch Reparatur- und Montageservice erfreut.

Mit anderen Worten: Eine entscheidende Masse von Einzelhändlern wäre gut beraten, würden Sie zumindest zum Crosschannel-Geschäftsmodell wechseln. Denn nur dann können Sie in der heutigen Zeit und der Zukunft auch bestehen. Weil die Gefahr von den Grossunternehmen, den mit fetten Venture Capital Paketen gefütterten StartUps droht und täglich, stündlich ein Stück vom Kuchen nach dem anderen sich einverleiben. Und das hat nicht nur betriebswirtschaftliche Auswirkungen auf den einzelnen Händler oder Hersteller, sondern führt zu ungesunden volkswirtschaftlichen Verhältnissen und zu sehr bedenklichen Arbeits-, Produktions- und Finanzverhältnissen.

Der Verbraucher schadet sich mittlerweile selber durch jeden Einkauf bei „den Grossen“ und er wacht einfach nicht auf. Die Digitalisierung schreitet voran und fordert Opfer. Einzelhändler können die Fixkosten nicht mehr aufbringen, Kauf- und Warenhäuser vegetieren vor sich hin, Ketten melden Insolvenz an, Shopping Malls rühmen sich als Erlebnis-Center und sind doch nichts mehr, als Kleinkram um einen Ankermieter herum, der seinerseits vermutlich ein Omnichannel-Geschäftsmodell pflegt. Doch was genau geschieht ausserhalb unserer Wahrnehmung, was geschieht unter der glitzernden, der ach so billigen und ach so verlockenden Oberfläche?

Dort geschieht viel mehr. Von Kapitalpaketen gepamperte Kunstunternehmen wie Zalando, CarGlass, Lieferando oder Wer-kauft-mein-Auto.de verleiben sich dank der unkritischen Verbraucher Märkte ein und diktieren wie im Lehrbuch Konditionen und bald auch die Preise – gerade durch die Digitalisierung des Handels und durch unkritische Verbraucher. Grossunternehmen wie Amazon genieren sich nicht, einen Arbeitskampf nach dem anderen über sich ergehen zu lassen – denn der Verbraucher wird eingehüllt in eine Wolke von Niedrigpreisen und Warensofortlieferung. Eine Kunstwelt wurde erschaffen, die Profite, aber keine Werte mehr erwirtschaftet. Wertschöpfung erfolgt für ganz wenige Einzelpersonen und im besten Fall für Banken und Venture Capital Gesellschaften. Der Verbraucher hinterfragt nicht mehr – weder die Produktionsbedingungen, noch die Arbeitsbedingungen.

Und Unternehmen wie Amazon saugen den Markt auf. Wer mithalten will als Anbieter auf Marktplätzen wie Amazon oder neuerdings Real, muss deren Bedingungen akzeptieren oder wird nicht mehr gesehen. Wer keine Kapitalkraft hat, um Google-Werbung und Rankingplätze zu kaufen, der wird nicht gefunden. Die Digitalisierung des Handels ist eine stille, heimliche Revolution.. Wir haben im Onlinehandel eine katastrophale Entwicklung durch die Digitalisierung, die den Verbraucher mittelfristig durch schlechte Qualität und langfristig durch anachronistische Lebens- und Arbeitsbedingungen abhängig werden lässt.

Gesamtgesellschaftlich gibt es nur eine Lösung: Eine Kooperation von kritischen Verbrauchern, Händlern mit Onichannel-Geschäftsmodellen, eine Prise New Work und eine Unternehmenskultur der Sinnmaximierung. Verbraucher müssen darüber aufgeklärt werden, dass ihre Kaufwahl immer eine Stimme für oder gegen Tierleid, für oder gegen Kinderarbeit, für oder gegen Umweltschäden, für oder gegen Werkverträge, für oder gegen Niedriglöhne ist. Und der stationäre Handel muss sich auf seine ureigensten Vorzüge konzentrieren und über Omnichannel-Geschäftsmodelle dem Verbraucher das geben, was er wünscht. Denn die Verbraucher-Masse bewegt sich langsam, aber beständig weg von der Geiz-ist-geil-Mentalität hin zu verantwortungsbewusstem Handeln. Zusammen mit den anderen Megatrends wie der Abkehr von der reinen Leistungsmaximierung, hin zu einer Sinnmaximierung in der Arbeitswelt und der Geschäftswelt, könnten wir gemeinsam Grossartiges schaffen. Nach der funktionierenden Technik und der umfassenden Digitalisierung des Handels steht der Mensch dann wieder im Mittelpunkt – und damit steht er auch im Handel der Zukunft wieder im Zentrum.

Nachhaltigkeit im Unternehmertum

Bündnis Unternehmer für Unternehmer. Community, Co-Working, Coaching, Consulting, Co-Investoren. Nachhaltigkeit.
Bündnis Unternehmer für Unternehmer. Community, Co-Working, Coaching, Consulting, Co-Investoren. Nachhaltigkeit.

Das oberste Ziel eines Unternehmens muss nicht mehr nur Profitorientierung sein, sondern die Nachhaltigkeit im Unternehmertum – das haben uns die Pionierleistungen der Social-Business-Szene und der Sustainable-Entrepreneurship-Bewegung gezeigt. In den vergangenen Dekaden haben uns diverse hybride Unternehmensformen gezeigt, dass es auch anders geht: Transformation des Elektrizitätsmarktes, Empowerment sehr armer Bevölkerungsgruppen, Mikrokredit-Systeme. Alle diese Sustainable Entrepreneur-Konzepte basieren auf tatkräftigem Unternehmertum und wirtschaftlichem Sachverstand – dafür fehlt die primäre Profitorientierung. Aus diesen Pioniertagen sind solide Unternehmen gewachsen, die im Social Business aktiv sind oder Nachhaltigkeits-Unternehmertum vorleben. Gewinnerwirtschaftung ist dabei in den Hintergrund getreten, Wachstum Nebensache.

Und trotzdem oder gerade deshalb wurde dieser eigene Anspruch ein Leuchtturm einer der grössten gesellschaftlichen Veränderungen unserer Tage. Socialpreneure und Ecopreneure haben die erste Welle der Nachhaltigkeitstransformation unseres Wirtschaftssystems ausgelöst. Die zweite Welle dieser Transformation unseres Wirtschaftssystems wurde durch die Methodik des Wirtschaftslebens befördert: Systematisches Management in den Lieferketten, ökologische Footprints, Energiebilanzen, Stakeholder-Integration und der technische Fortschritt als solcher. Beide Wellen wandelten Denkmuster und sorgten dafür, dass Managementthemen anders angegangen wurden, wirtschaftsweit. Angestossen von Pionieren, in der Breite verändernd.

Doch viele Unternehmenslenker beliessen es dabei, diese Entwicklungen in Corporate Social Responsibility Abteilungen erstarren zu lassen: „Green Washing“. Diese Sicht- und Verhaltensweise wird allerdings immer öfter als unzureichend gesehen und wirkt sich bereits negativ auf die Unternehmen aus, die diese Entwicklungen als Label, nicht als Notwendigkeit ansehen. Die Endlichkeit unserer Ressourcen, unseres Planeten und die damit einhergehenden Herausforderungen werden immer offensichtlicher. Formalistisches Abarbeiten weicher Standards der Sozial- und Umweltpolitik reichen nicht mehr aus. Kunden, Mitarbeiter, Behörden und Investoren verlangen neue Ideen und neues Verhalten. In der Zukunft dauerhaft erfolgreich agieren zu können, heisst, gesellschaftlich-kulturelle, ökologische und ökonomische Implikationen sowohl im Geschäftsmodell, als auch im Kerngeschäft gleichwertig, fortschrittlich, innovativ zu verankern.

Um das zu erreichen, müssen die Unternehmen fundamentale Fragen beantworten und die richtigen Antworten transparent und als Mission zum Erreichen der Vision leben. Unternehmenslenker müssen fragen, ob der derzeitige Geschäftszweck eine nachhaltige Entwicklung fördert, welche Konsummuster er initiiert, welche Lebensstile er unterstützt – und also: Womit verdient das Unternehmen Geld und was ist die Wirkung? Es geht darum, ökonomische Werte durch nachhaltige Entwicklung zu fördern, neben Best Case und Worst Case endlich auch einen Business Case for Sustainability zu denken, zu initiieren und zu leben. Und jedes Unternehmen hat Ansatzpunkte und Stellschrauben, um genau das zu schaffen. Der Fundus der Möglichkeiten ist gross, findet sich in Adaptionen bestehender Geschäftsmodelle, in der Materialwirtschaft, im Personalwesen, in der Logistik, beim Risiko- und Reputationsmanagement – diese dritte Welle der Nachhaltigkeitstransformation hat erst begonnen. Wer diese Welle nicht rechtzeitig erkennt, der unterschätzt die Kraft dieses Trends und wird untergehen. Wer das aber erkennt und gesamtgesellschaftlich denkt und handelt, der verankert dies in der DNA des Unternehmens: Im Geschäftsmodell und der Unternehmenskultur.

Silver Society: Gründer der Zukunft

Bündnis Unternehmer für Unternehmer. Community, Co-Working, Coaching, Consulting, Co-Investoren. Silver Society.
Bündnis Unternehmer für Unternehmer. Community, Co-Working, Coaching, Consulting, Co-Investoren. Silver Society.

Eine Hochburg der Gründerszene oder gar der so genannten Second Chance nach einem Scheitern, nein, Deutschland ist beides nicht. Doch der Megatrend Silver Society zeigt schon jetzt und wird immer mehr Wirkung zeigen und dies ändern. Da sind sich die Experten, die Trendforscher, die Zukunftsforscher einig: Die Silver Society, also erfahrene, gestandene Menschen der Generation 50+ wirbeln immer mehr durcheinander: Die Altersgruppierungen der Marktforscher, die Art der Wohngemeinschaften, die Art der Lebensgemeinschaften, die Arbeitswelt und ganz sicher auch die Gründerszene. Selbst die ansonsten eher zurückhaltend agierende Kanzlerin meint, Deutschland bräuche eine Kultur des Scheiterns – also nicht mehr die Verachtung des Hingefallenen, sondern die Achtung des Wiederaufstehers, die Unterstützung der Menschen, die von sich aus eine Second Chance suchen.

Diese Kultur des Scheiterns ist einer der Motoren für eine moderne Gründerszene, denn jede Gründung ist mit Risiko verbunden. Bis sich diese Kultur, die in den USA als eines der wenigen guten Beispiele Alltag ist, hier durchsetzt, setzt sich etwas ganz anderes, sehr viel einflussreicheres durch: Die Gelassenheit, die Erfahrung und die entspannte Gesamthaltung der Gründer aus der Silver Society.

In der deutschen Gründerszene zeigen sich aktuell einige interessante Entwicklungen, die wir in drei Trends skizzieren können: Vom Teenpreneur zum Silverpreneur, vom Entrepreneurship zum Intrapreneurship und von Gewinnmaximierung zur Sinnmaximierung. Trends und Gegentrends, die eine gute Zukunft beleuchten. Immer mehr junge Menschen werden schon früh mit dem Gedanken an eine berufliche Selbständigkeit herangeführt, eine frühe Sensibilisierung der Jugend für diese Alternative zum Angestelltendasein erfolgt immer mehr und bereitet den Nährboden für eine lebhaftere Gründerszene. Gründen könnte zeitnah ein wichtiger Punkt des Lebenslaufes sein. Aber am anderen Ende der Zeitschiene erhebt sich eine neue Gründerqualität, die der Silver Society. Gründer der Silver Society sind eine stetig wachsende Gruppe innerhalb einer insgesamt schrumpfenden Gesellschaft. Alterserfahrene, gründungsunerfahrene Silverpreneure werden von erfahrenen Beratern auf den ersten Schritten begleitet und gründen in aller Regel auch mittel- und langfristig erfolgreicher, als die Teenpreneure. In der letzten Dekade ist deren Anteil an den Gesamtgründungen in Deutschland von zwölf auf über 20% gestiegen.

Im Gegensatz zu diesem Trend, ist der zweite Trend nicht primär eine Altersfrage, auch wenn das Alter hier eine gewichtige Rolle spielt, sondern eine Frage des Mindsets. Insgesamt ist die Zeit der coolen Mitzwanziger in Badelatschen, wie Mark Zuckerberg und wenigen, sehr wenigen anderen herausragenden Gründern, hinsichtlich eines entsprechenden Nachwuchses vorbei. Selbst Konzernlenker erkennen zwischenzeitlich, dass die Förderung unternehmerischen Denkens und Handelns [eine Grundbedingung geförderter Beratungen für Jungunternehmen und Bestandsunternehmen], dass eben diese Förderung der Mitarbeiterqualifikation nicht zum Brain Drain führt, sondern entscheidend mit dazu beiträgt, dass wichtige, gute Mitarbeiter langfristig im Unternehmen bleiben. Die nächste Generation der Gründer sind Intrapreneure, Gründer innerhalb bestehender Unternehmen. Sie werben kompetente Menschen aus bestehenden Abteilungen ab, bilden Teams, nutzen unternehmensinterne Venture Capital Fonds und leiten keine Projekte mehr, sondern gründen Tochtergesellschaften für oder mit dem Arbeitgeber, um Visionen in die Tat umzusetzen.

Und auch diese Visionen und Ziele sind Umwälzungen unterworfen, jetzt schon und nicht erst in Zukunft. Immer schneller entwickelt sich der Trend der Gründungsunternehmen von der Gewinnmaximierung hin zur Sinnmaximierung. Menschen wollen Erfüllung im Beruf finden und nicht mehr in ertser Linie Einkommensmaximierung (New Work) – und dies gilt für Gründer der neuen Generation umso mehr. Nicht mehr nur ökonomische Ziele, sondern gemeinwohlorientierte Visionen sind der Motor der Entwicklung, die veränderten Lebensstile sind der Kraftstoff. Diese neuen Tendenzen lassen ein gründungsfreundliches Klima und eine moderne Gründerlandschaft entstehen. Silver Society, New Work, neue Lebensstile, Kreativ-Ökonomie, Intrapreneure – eine gesunde Entwicklung der Wirtschaft und der Gesellschaft.

Megatrend New Work – Pioniere verändern die Arbeitswelt

Bündnis Unternehmer für Unternehmer. Community, Co-Working, Coaching, Consulting, Co-Investoren. Megatrend New Work.
Bündnis Unternehmer für Unternehmer. Community, Co-Working, Coaching, Consulting, Co-Investoren. New Work.

Wir beginnen, über den Sinn der Arbeit nachzudenken, weil Maschinen immer mehr Arbeiten übernehmen. Doch: Wenn die Arbeit uns nicht mehr braucht, brauchen wir dann die Arbeit? In dieser Sinnfrage im Megatrend New Work spiegelt sich der derzeitige epochale Umbruch wider, der unser Leben grundlegend verändert.

Ein Megatrend: Wir nehmen Abschied von der uns vorgelebten, rationalen Leistungsgesellschaft und wenden uns dem zu, was unserem menschlichen Naturell viel mehr entspricht – der Kreativität. Es beginnt das Zeitalter der Kreativ-Ökonomie – und zwar für Angestellte, Freiberufler und Firmengründer. Es geht immer mehr und künftig um eine gesunde Symbiose aus Arbeit und Leben.

Dass der eigene Job Spass macht, dass der eigene Job für uns erfüllend ist – das war noch nie so wichtig für uns, wie heute.

Hoch angesiedelt und dem System gehorchend sind natürlich nach wie vor die monetären Zwänge im Alltag sowie die Ambitionen bei der Jobauswahl selber. Aber die höchstmögliche Entlohnung als Primus der Entscheidung ist der wachsenden Rolle gewichen, die Selbstverwirklichung heisst, persönliche Erfüllung verheisst und einen Lebensstil kreiert, der Bestandteil des Megatrend New Work ist.

Was sind das für Menschen, die diesen Megatrend auslösen und beleben? Wir haben drei unterschiedliche Typen skizzieren können, die den Megatrend New Work für uns begreifbar machen: Den Vorwärtsmacher, den Self Balancer und den Multi Performer.

Der Vorwärtsmacher nutzt sein gestalterisches Wissen und seine Durchsetzungskraft, um etwas für seine Mitmenschen und seine Umwelt zu machen. Dabei wirkt er wie ein klassischer Karrieremensch, aber wegen der sozialen Skills ist er als Führungskraft attraktiv und damit wiederum für zukunftsorientierte, pro-aktive Unternehmen sehr interessant sowie prädestiniert für Gründungen im Social Business. Wer diesen Lebensstil pflegt, hat ehrgeizige Pläne, will weiterkommen, priorisiert Erfolg – aber nimmt auch Verantwortung und neue Herausforderungen sehr gerne an. Diese Vorwärtsmacher verfügen über eine vielseitige und gute Bildung. Sein Anspruch und Motor ist, dass er seine Ressourcen an Bildung und Soft Skills einsetzt, um Veränderungen in der Gesellschaft herbeizuführen, sich im Unternehmertum oder als Führungskraft sozial und politisch engagiert. Die Arbeit ist keine Pflicht, sondern Mittel zum Zweck, sich selbst zu entfalten und eigene Werte umzusetzen. Dem Vorwärtsmacher gehört die Zukunft in der New Work-Ära, denn Führungskompetenz, Durchsetzungskraft und Einfühlungsvermögen für soziale Belange sind und werden immer mehr zum Maßstab für Führungskräfte und Unternehmer. Das Bedürfnis nach produktivem Wandel ist ihr Treibstoff – der dauerhaft erfolgversprechend im Bereich der Unternehmensgründung und der Nachfolge Verwendung findet.

Hingegen ist der Typus Self Balancer in der Lage, sich in dieser schnelllebigen Zeit einen ausgeglichenen Hafen, eine gewisse Beständigkeit zu schaffen, ohne dabei stehen zu bleiben. Er möchte das Leben geniessen, nimmt die Dinge relativ locker und verzichtet auf Selbstausbeutung. Er wählt stattdessen alternative Arten des Arbeitens und Lebens, bei dem freie Zeit und weniger Arbeit als Gewinn wahrgenommen werden. Durch dieses Bedürfnis nach Selbstverwirklichung  festigt sich in der Gesellschaft immer mehr der Wunsch nach Balance, Fokus und Konzentration. Dieser Typus wird individuell, persönlich keinen weitreichenden Einfluss haben, doch in der Gesamtheit drückt er eine Strömung aus, die von den Unternehmen aufgenommen und beachtet werden muss, damit gute Mitarbeiter geworben und behalten werden können. Der Self Balancer ist die Hauptfigur in der Wissenskultur und der Kreativ-Ökonomie. Diese Hauptfiguren schaffen auf beständige, subtile Art eine neue Arbeitswelt, eine neue Kultur des New Work.

Der Beruf als Lebensmittelpunkt ist der Anker des Multi Performer. Grundsätzlich sieht er keinen grossen Unterschied zwischen Geschäft und Privat. Er ist der Meinung, dass Erfolg nur durch Leistung kommt und der ist ihm entsprechend wichtig. Als elementare Bedingung hierfür wiederum hat er eine gute Bildung erkannt. Er hat ehrgeizige Pläne, seine Karriere betreffend, übernimmt gerne Verantwortung, ist offen für Herausforderungen und Chancen – aber er sucht und schätzt einen sicheren Arbeitsplatz. Dabei lebt er Individualität und Selbstverwirklichung, also die Werte der gut verdienenden Mittelschicht. Langfristig und gesamtgesellschaftlich allerdings ist dieser Typus am aussterben, da dieser Lebensstil der Leistungsfokussierung nur noch ein Restwert der einschlafenden Industriegesellschaft ist und in der Kreativ-Ökonomie keinen Platz mehr hat. Sinn- und gemeinschaftsorientierten Typen gehört die Zukunft der New Work-Ära, mit anderen Wertewelten für Arbeit und Wirtschaft.

Ernährungssouveränität: StartUp-Chancen

Bündnis Unternehmer für Unternehmer. Community. Co-Working. Coaching. Consulting. Co-Investoren. Ernährungssouveränität.
Bündnis Unternehmer für Unternehmer. Community. Co-Working. Coaching. Consulting. Co-Investoren. Ernährungssouveränität.

Ernährungssouveränität ist die Basis und das absolut Notwendige, damit eine Gesellschaft sich frei und erfolgreich entwickeln kann. Ernährungssouveränität ist der Nährboden für Freiheit, Entwicklung und Kultur. Ernährungssouveränität ist ein weites Feld an Möglichkeiten für StartUp-Unternehmen und neue Geschäftsfelder von Bestandsunternehmen.

„Bäuerliche Landwirtschaft kann angesichts des Bevölkerungswachstums die Welt nicht ernähren.“ Ist dieses Dogma der Wissenschaft und der Politik richtig? Die zahlreichen Initiativen rund um die Ernährungssouveränität kommen zu einem anderen Ergebnis. Zunächst einmal fragen sie sich: Wer ernährt die Welt denn jetzt? In großen Teilen der Welt ist es nämlich nach wie vor die kleinbäuerliche Landwirtschaft, die die Welt ernährt. 2,6 Milliarden Menschen leben hauptsächlich von landwirtschaftlichen Tätigkeiten. 85 Prozent der etwa 525 Millionen Bauernhöfe weltweit bewirtschaften weniger als zwei Hektar Land.

Die Bäuerinnen und Bauern auf diesen Klein- und Kleinstbetrieben bauen den größten Teil aller weltweit produzierten Lebensmittel an. Dabei bestreiten die Initiativen nicht, dass die Produktivität der Landwirtschaft in vielen Regionen gesteigert werden müsste.

Irmi Salzer ist Kleinbäuerin und arbeitet bei der ÖBV (Österreichsche Berg- und Kleinbäuerinnen Vereinigung). Sie glaubt, dass kleine, auf Vielfalt setzende Betriebe weitaus produktiver arbeiten als große Farmen mit Monokulturen: „Der herkömmliche Produktivitätsbegriff, der nur auf den Ertrag einer einzelnen Kultur oder die Produktionsleistung pro Arbeits- oder Kapitaleinheit abzielt, lässt nämlich wesentliche Faktoren außer Acht. Zieht man Effizienz- und Produktivitätskriterien heran, die alle eingesetzten Produktionsfaktoren berücksichtigen (d. h. neben Arbeitskraft und Kapital auch Energie, Dünger und Wasser) und die zudem den Gesamtertrag des Betriebsanalysieren, dann schneiden kleine Betriebe in der Mehrzahl der Fälle besser ab als große. Dies rührt daher, dass Kleinbäuerinnen und -bauern dazu tendieren, das meiste aus ihrem Land zu machen, dass sie also Zwischen- und Mischkulturen anbauen, ihre Fruchtfolgen optimieren und jeden Winkel ausnützen.“

Damit Kleinbäuerinnen und -bauern die Welt ernähren und ihre vielfältigen gesellschaftlichen Leistungen erbringen können, braucht es nach Meinung der Initiativen rund um die Ernährungssouveränität einen grundlegenden Paradigmenwechsel. Lebensmittel werden seit Jahrhunderten auf internationalen Märkten gehandelt, dass sie jedoch als Rohstoff wie jeder andere gelten, kennzeichnet die Entwicklung der letzten 15 Jahre. Insbesondere ab dem Inkrafttreten des WTO-Abkommens über die Landwirtschaft 1995 wurden zahlreiche Staaten, die ihre Bevölkerungen zuvor selbst ernähren konnten, gezwungen, ihre Handelsschranken abzubauen. Als US-amerikanische und europäische Produkte mithilfe von Exportförderungen und anderen Subventionen zu Dumpingpreisen auf die geöffneten Märkte strömten, verloren hunderttausende Bäuerinnen und Bauern ihre Existenzgrundlage. Wenn es nach Irmi Salzer geht, ist eine Abkehr vom neoliberalen Dogma des Freihandels die Voraussetzung für das Überleben der bäuerlichen Landwirtschaft weltweit. Für sie und ihre Mitstreiter bedarf es einer grundlegenden Umorientierung der weltweiten Agrar-, Handels- und Entwicklungspolitik, weg von der „heiligen Kuh Weltmarkt“ und hin zur Gewährleistung des Menschenrechts auf Nahrung und zu Ernährungssouveränität.

Verantwortung übernehmen

CSR Corporate Social Responcibility

StartUp Workshops in Schwerin

Bündnis Unternehmer für Unternehmer. Community, Co-Working, Coaching, Consulting, Co-Investoren. StartUp Workshops.
Bündnis Unternehmer für Unternehmer. Community, Co-Working, Coaching, Consulting, Co-Investoren. StartUp Workshops.

Am Standort Schwerin bieten wir unsere StartUp Workshops an. Diese Workshops finden einmal monatlich statt, und zwar als eine fünftägige Veranstaltung von montags bis freitags sowie über volle 48 Stunden in der entsprechenden Woche. Diese Workshops dienen der professionellen Vorbereitung eines StartUps, so dass die Themen entsprechend praxisnah sind.

Unsere Referenten sind ausschliesslich Unternehmer und wissen, worauf es in der Praxis ankommt. Co-Referenten werden von regional ansässigen Institutionen und Organisationen für bestimmte Themenkomplexe eingeladen, um in einem 60-Minuten-Exkurs Spezialwissen zu vermitteln – zum Beispiel Vorteile der Gründung von Genossenschaften oder Verhandlungsstrategien mit privaten Geldgebern.

Wenn Sie Ihren Wohnsitz sowie das (geplante) Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern haben (werden), erhalten Sie ohne grossen Aufwand von der IHK beziehungsweise der HWK einen so genannten Bildungsscheck. Die Kammern tragen damit 80% der entstehenden Kosten und Ihr Eigenanteil beträgt dann nur noch € 98,00 für 48 Stunden geballtes Wissen, neue Kontakte und eine klare Struktur der weiteren Schritte. Der Themenkomplex eines Startup Workshops beinhaltet immer die Themen:

■     Chancen und Risiken
■     Aufbau eines Gründungskonzeptes
■     Finanzierung und öffentliche Mittel
■     Überblick über Steuern und Abgaben
■     Markterschließung/Werbung
■     Einführung ins Rechnungswesen
■     Risikominimierung/Versicherungen
■     Unternehmensentwicklung/Controlling
■     Vorbereitung auf Kreditgespräche
■     Verträge/Rechtsformen
■     Abschlussgespräche

sowie bestimmte Spezialthemen und Einzelgespräche.

Die nächsten StartUp Workshops finden in Schwerin vom 15. – 19. Oktober 2018, vom 12. – 16. November 2018 und vom 03. – 07.12.2018 statt. Bitte  nutzen Sie unser Kontaktformular, so dass wir uns hinsichtlich des Bildungsschecks mit Ihnen kurz absprechen und dann Ihre Reservierung annehmen können. Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen pro Workshop begrenzt.

Diese und weitere Seminare, Workshops und Events finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

 

Community ist besser, als ein Netzwerk

Bündnis Unternehmer für Unternehmer.  Community, Co-Working, Coaching, Consulting, Co-Investoren.
Bündnis Unternehmer für Unternehmer. Community, Co-Working, Coaching, Consulting, Co-Investoren.

Community statt Netzwerk: Das Bündnis Unternehmer für Unternehmer steht für eine moderne Gründungsdynamik. Dies gilt ebenso für bedarfsorientierte Lösungsansätze im Segment der Nachfolgeregelung und für Unternehmen in Schwierigkeiten. Zu dieser modernen Dynamik im Beratungs-, Coaching- und Finanzierungsbereich gehört die Etablierung lokaler und regionaler Bündnisse. Diese Bündnisse sind freie, auch immer wieder wechselnde Kooperationsstrukturen, die sich wechselnden Begebenheiten zeitnah anpassen und nicht Jahrzehntelang im Besitzstand verharren. Wir schaffen ausserhalb der bekannten, üblichen Netzwerke lokale und regionale Bündnisse für Gründungen und Unternehmertum. Im Gegensatz zu verfestigten Netzwerken, leben Communities. Was unterscheidet diese Communities von Netzwerken?

Klassische Gründungsnetzwerke findet man heutzutage in fast jeder Stadt und jeder Region. Positiv ist dabei, dass der Informationssuchende via Internet jede Menge nützliche, allgemeine Informationen abrufen kann. Solche klassischen Gründungsnetzwerke bestehen zumeist aus den Kammern, Sparkasse, Volksbank, Krankenkassen und einigen von diesen, nach nicht immer nachvollziehbaren Bedingungen ausgewählten weiteren Akteuren. Solche Gründungsnetzwerke, die immer noch die Suchergebnisse dominieren, aber haben grosse Nachteile für Gründer, Nachfolger und Hilfesuchende: Die einzelnen Netzwerkmitglieder stehen i.d.R. nur in geringem Maße untereinander in Verbindung und agieren auch deshalb zumeist nur als ein passives Verweisnetzwerk. Gründungsnetzwerke sind jetzt bessere Suchmaschinen geworden, deren lokale oder regionale Erdung nur durch einige Alibiveranstaltungen erfolgt. Es ist eine Werbeplattform für die heterogenen Anbieter als Mitglieder der Netzwerke geworden, die sich zudem gegen neue Möglichkeiten und Partner sperren – zum Nachteil der Innovation und Vielfalt.

Eine Community hingegen ist eine informelle Gruppe von Gründern, Multiplikatoren und Dienstleistern. Die Mitglieder dieser freien, sich einfach ergebenden Communities vereint, dass sie sich mit Leidenschaft für Gründung, Nachfolge und Unterstützung einsetzen. Sie tauschen sich laufend über Möglichkeiten, Nutzen, Risiken und Kontakten aus. Sie beleben die Community durch eigenes Interesse an der Community und deren Möglichkeiten. Es besteht eine gemeinschaftliche Absicht, KnowHow aus den Bereichen Gründungen und Unternehmertum durch Lernen und Erfahrungsaustausch zu erschliessen und zu optimieren. Eine Community entsteht also nicht durch den Willen, einen bestimmten Besitzstand zu wahren, sondern besteht daraus, Nutzen zu geben und zu nehmen. Diese Lebendigkeit, diese Dynamik ist das moderne Unternehmertum. Klassische Gründungsnetzwerke werden ohne die Kooperation mit Communities zu Suchmaschinen verelenden.

Das Bündnis Unternehmer für Unternehmer kanalisiert und fördert solche freien, unausgesprochenen, sich ergebenden Communities durch eine regionale Präsenz, durch kostenfreie Seminare, durch geförderte Beratungen, durch kostenlose Coachings, durch Kontakte zu Unternehmern, Privatkapital und Dozenten – sowie durch regelmässige Treffen, Kaminabende und Workshops.

Mit den kostenfreien Grundlagenseminaren wiederum bietet das Bündnis auf regionaler Ebene eine Schnittstelle zu den klassischen Gründungsnetzwerken. Die Seminare werden oftmals in den Räumlichkeiten von Mitgliedern der klassischen Gründungsnetzwerke veranstaltet und neben den Unternehmern des Bündnisses treten Gast-Referenten von Kammern oder Vereinen zu bestimmten Themen auf. Community meets Network.